Bayerisches Jugendvergleichsfliegen 2005 in Eichstätt

Nachdem sich unsere gesamte Pilotenmannschaft - bestehend aus Michi, Sebastian, Jo und Thomas - in Paterzell für das Bayerische Jugendvergleichsfliegen in Eichstätt qualifiziert hatte, trafen wir uns eine Woche später freitags am Flugplatz, um uns Richtung Altmühltal aufzumachen. Hierbei wollten wir uns beeilen, da für Abend Regen angekündigt wurde und Gefahr bestand, dass unsere Ka8 im offenen Hänger nass werden konnte.

Leider vereitelte der brutale freitägliche Heimatverkehr unser schnelles Vorankommen. Die A9 Richtung Nürnberg 20km Stau, also nehmen wir die Bundesstraße. Doch auch auf dieser geht nichts mehr vorwäärts. Wir brauchen von Dachau bis ins ca. 5km entfernte Oberschleißheim eine unvorstellbare dreiviertel Stunde, auch auf der B13 stehen Stoßstange an Stoßstange. Insgesamt haben wir für die 120km nach Eichstätt über vier Stunden gebraucht, da der später einsetzende Regen uns ständig zu Flieger-Unterstellpausen zwang.

In Eichstätt angekommen, lederten wir unsere Ka8 – die nun leider doch etwas feucht geworden war - erstmal gründlich trocken und nahmen unser Abendessen zu uns. Anschließend mussten wir noch unser Nachtlager in Form von zwei Zelten in Dunkelheit und Regen aufbauen. Doch als eingespieltes Team gelang uns auch diese Aktion ohne größere Schwierigkeiten.

Am nächsten Tag bauten wir nach einem ausgiebigen Frühstück unser Schlachtross, die Ka8 auf und die Piloten absolvierten ihre Einweisungsflüge. Inzwischen war auch unser Ausbildungsleiter Andi gekommen, der als Fluglehrer wachendes Auge auf unsere Mitstreiter warf.


29 kByte

Wie schon in Paterzell sollten die Wertungsflüge in folgender Reihenfolge durchgeführt werden: 1. Rollübungen, 2. Kreiswechsel, 3. hochgezogene Fahrtkurve.

Die Konkurrenz, die nun aus den Besten der Bezirksvergleichsfliegen bestand, zeigte sich von ihrer härtesten Seite. Unsere Dachauer Piloten konnten gut mithalten, jedoch misslang bei manch einem der ein oder andere Slip oder manch einer vollführte eine Lufthansalandung, d.h. er flog die Ka8 einfach in das Ziellandefeld hinein, anstatt sauber abzufangen und den Flieger mit dem Sporn zuerst aufsetzen zu lassen. Solche Rüpeleien kosten natürlich Punkte in der Wertung.

Dank der perfekten Organisation konnten alle drei Wertungsflüge am Samstag durchgeführt werden, wobei alle Teilnehmer schwer unter den winterlichen Temperaturen zu leiden hatten.

Wie schon das Wochenende zuvor bauten wir nach Flugbetrieb die Ka8 ab, luden sie auf den Hänger auf und begaben uns zum Abendessen – wie in Paterzell gab es Steak mit Kartoffelsalat. Gutes bewährt sich halt. Danach gab's wieder Musik, wobei es sich einige Nachwuchs DJs leider nicht nehmen ließen, alle 10 Sekunden ein neues Lied zu spielen. Diesmal ließen wir den Abend gemütlicher ausklingen.


42 kByte

Lediglich ein Dachauer Pilot musste sich als Autoeinbrecher betätigen, nachdem er sich ausgesperrt hatte. Gott sei Dank ist ein Fensterheber meines Autos kaputt, so dass man mit mehr oder weniger roher Gewalt das hintere Seitenfenster herunter schieben kann und sich mit artistischen Verrenkungen ins Auto hineinschlängeln kann. Sonst hätte wohl nur die Vorschlaghammermethode geholfen...

Am Sonntagvormittag wurde bei schönstem Sonnenschein die Theorieprüfung abgehalten, nach kurzer Auswertungszeit folgte sogleich die Siegerehrung. Unsere Piloten konnten sich sehr homogen über das Platzierungsfeld verteilen. Jo machte den dritten Platz von hinten, Sebastian hielt sich mit dem 16. Platz im Mittelfeld auf und Michi und Thomas belegten mit dem 11. und 10. Platz das vordere Drittel.

Der diesjährige Sieger des Bayerischen Vergleichsfliegen war der Eichstätter Claudius, der schon letztes Jahr sämtliche Vergleichsfliegen gewonnen hatte. In der Teamwertung gewann Kaufbeuren, so dass wir uns freuen - vorausgesetzt wir qualifizieren uns -, 2006 ins Allgäu zu fahren.

Im Anschluss an die Siegerehrung bauten wir unser Zeltlager ab und fuhren mit meinem bis zur Dachkante vollgeladenen VW Passat zurück nach Dachau. Diesmal haben wir nur 1,5 Stunden gebraucht.

Eichstätt war ebenfalls ein bestens organisierter Wettbewerb, an dem wir sehr gerne teilgenommen haben.

← zurück


1.1.2006
Text: Valentin Faust
Fotos: Florian Huber