Fluglager
Bei uns im Verein ist es mittlerweile fast schon Tradition, dass alljährlich in
der Sommersaison ein Fliegerlager für unsere Mitglieder und natürlich auch deren
Familien veranstaltet wird. Das Ziel ist es dabei, große Strecken zu fliegen, den
Schülern andere Plätze und deren Eigenschaften zu zeigen und den
fortgeschrittenen Flugschülern mit Theorieprüfung den
Aber nicht nur das Fliegerische steht im absoluten Vordergrund, auch Spaß und
gemütliches Beisammensein wird bei uns ganz groß geschrieben. Dieser
gemeinsame Urlaub ermöglicht es uns Mitgliedern, sich besser kennen zu lernen und
unsere Kameradschaft zu verfestigen.
Mit unserem Fliegerlager zieht es uns in verschiedene Gegenden: Häufig fahren wir auf die Schwäbische Alb oder zu unseren Nachbarvereinen, aber auch größere Strecken können uns nicht abschrecken: 2002 haben wir zum Beispiel den LSV Gifhorn e.V. in Wilsche (Niedersachsen) besucht; ein früherer Verein eines unserer Mitglieder, 2005 die Luftsportfreunde LSF Wesel in Nordrhein-Westfalen.
Unser Ziel ist es auch, möglichst viele verschiedene Gegenden und Vereine kennen zu lernen.
Fluglager 2005 in Wesel
Dieses Jahr zog es uns Richtung Norden, nachdem wir letztes Jahr im Fluglager im Südwesten Deutschlands von nicht enden zu wollenden, sintflutartigen Dauerregengüssen heimgesucht wurden. Über Internet suchten wir einige Vereine, die Gastfluggruppen aufnehmen und entschieden uns dann für den LSF Wesel, da uns dieser Verein einen sehr freundlichen Eindruck machte und zudem äußerst korrekte Preise verlangte.
Starker Rückreiseverkehr verlangt Dachauer Segelfliegern größte Nervenstärke ab
So machte sich Anfang August ein Konvoi von mutigen Bayern auf, der preußischen
Thermik das Fürchten zu lehren.
Nach einer furchtbar langen Anfahrt aufgrund der mörderischen Stausituation erreichte
unser Konvoi nach 12 Stunden den Flugplatz Wesel, der nicht sehr leicht zu finden war.
Einige mussten mit ihrem Anhänger-Gespann sogar die gerade stattfindende Stadt"kirmes"
durchqueren, um den Platz zu erreichen (und damit Hohn und Spott der Schausteller
ertragen).
Doch schließlich gelangten alle gegen 23 Uhr erschöpft, aber dennoch
wohlbehalten samt Fliegern auf den Flugplatz EDLX. Das Wetter begrüßte uns sehr
preußisch mit starkem Niederschlag, die Weseler dagegen sehr freundlich mit einem
kleinen Nachtumtrunk.
Flugplatz EDLX – Oase für Freizeit und Sport im Schutze von Vater Rhein
Am darauf folgenden Tag erhielten wir von den Weseler Vereinsmitgliedern eine
Einweisung auf den Flugplatz.
Der Flugplatz Wesel liegt eigentlich direkt am Rheinufer und ist von der Fläche
nahezu dreimal so groß wie unser Flugplatz in Dachau. Es gibt eine Landebahn für
Motorflugzeuge, eine für Segelflugzeuge, einen Rückrollstreifen, sowie eine
Startstrecke für den Windenstart. Allerdings befinden sich an diesem Platz drei
Segelflug-Vereine, von denen der LSF Wesel jedoch der größte ist.
Obstacle in sight, cleared to land Runway 09
Später gegen Nachmittag, als auch unsere Fluglehrer Clemens und Thorsten gekommen
waren, konnten wir die ersten Einweisungsstarts auf dem Duo Discus durchführen.
Die Landerichtungen sind ähnlich wie in Dachau 27 und 09. In Richtung 09 muss man
jedoch beachten, dass sich im Endanflug ein Jachthafen befindet, dessen Mäste
ziemlich hoch in den Himmel ragen. Laut eines hiesigen Fluglehrers ist es in der
Vergangenheit schon ein paar Mal passiert, dass es Kontakt zwischen Flugzeugfläche
und Segeljachtmast gab. (Gott sei Dank ist – außer Schaden am Material – nichts
weiter passiert.)
Für unsere Platzverhältnisse ungewohnt ist der Anflug auf die 27, da der Quer-
und Endanflug direkt über die Stadt Wesel führen. Nach einigen Landungen gewöhnt
man sich jedoch schnell daran.
Ausblick über Wesel – die Erde ist eine Scheibe
Der Ausblick während des Fluges unterscheidet sich doch sehr von unserer Umgebung. Die Landschaft ist sehr eben (der Platz Wesel liegt 22m über NN), der Rhein schlängelt sich in einem breiten Band durch die Landschaft, es gibt kein Flusstal o.ä. Man kann regen Schiffsbetrieb auf "Vater Rhein" beobachten, in der Ferne sind die Kühltürme und die Schmutzglocke des Ruhrgebiets zu erkennen, sowie unzählige Windräder.
Schlechtes Wetter erzwingt Platzrundenbetrieb und Lokalerkundung
Leider waren die nächsten Tage wettermäßig nicht sehr gut, so dass wir
nur einige Platzrunden durchführen konnten.
Als Alternativprogramm lieferten wir uns gnadenlos dem Konsumterror aus und zwar im
größten Einkaufszentrum Deutschlands – dem Centro in Oberhausen. Zudem besuchten
wir noch das sehr interessante Bergbaumuseum in Bochum, die Innenstadt von Wesel, als auch
ein nahe gelegenes Spaßbad.
KCD – Kino Club Dachau
Dank unserem Beamer und einer Surround-Sound-Anlage sahen wir uns noch Filme auf DVD in
Kinoqualität an.
Gegen Ende der ersten Woche verließen uns dann ca. die Hälfte unserer
Wesel-Mitfahrer und mit ihnen der Discus und (leider (dies ist keine Ironie!)) der
Astir.
Wetter lässt Dachauer Segelflieger hoffen
In der zweiten Woche wurde das Wetter dann besser, es konnten einige Streckenflüge
mit dem Duo Discus durchgeführt werden, außerdem einige längere
Thermikflüge mit der ASK 23 (darunter auch ein Flug mit einer Außenlandung). In der
Mitte der zweiten Woche wurde es dann das erste Mal über 20°C warm (und das im
August!), thermisch geschah jedoch nicht mehr allzu viel.
Gegen Ende der zweiten Woche wurde das Wetter leider wieder schlechter, so dass wir schon
am Freitag bzw. Samstag früh statt Sonntag abreisten.
Moral gut, Urlaub gut, alles gut
Insgesamt konnte das schlechte Wetter unsere gute Stimmung und unsere Moral nicht
brechen, was wohl auch daran lag, dass wir vom Weseler Verein äußerst herzlich
und freundlich aufgenommen wurden und bestens betreut wurden. Ein herzliches
Dankeschön hierfür nochmal nach Wesel.
Diesen Sommer war das Wetter - wie wohl in ganz Deutschland - definitiv nicht auf der
Seite von uns Segelfliegern, doch trotz dieser widrigen Bedingungen war es wohl für
alle Teilnehmer des Wesel-Fluglagers ein sehr schöner Urlaub und in Hoffnung auf
besseres Wetter im nächsten Sommer freuen wir uns schon auf das Fluglager 2006 in –
tja, da müssen wir uns noch einen schönen Platz aussuchen!
6.1.2006
Text: Valentin Faust und
Marion Schütz